
Knorpelverletzungen und Knorpelschäden
In Gelenken ist die Oberfläche des Knochens mit einer Knorpelschicht überzogen.
Dieser Gelenkknorpel ist ein relativ weiches
und im gesunden Zustand elastisches Material von etwa 3-5 mm Dicke. Es ermöglicht ein
reibungsloses Aufeinandergleiten der Gelenkflächen. Der Knorpel reagiert jedoch auch auf
Stöße sehr empfindlich. Bei stärkeren Stößen, die die Belastbarkeit des Knorpels
übersteigen, kommt es zu Ein- oder Ausbrüchen von ganzen Knorpelstücken.
Die Regenerationsfähigkeit des Knorpels ist
leider sehr begrenzt. Im Laufe der Jahre kommt es zusätzlich zu Alterungserscheinungen:
die Elastizität nimmt ab, die Knorpeloberfläche wird rauh und uneben, das Gelenk nutzt
zunehmend ab (Arthrose).
Was spüren Sie bei Knorpelschäden?
Da das Knorpelgewebe selbst keine Schmerzrezeptoren besitzt, verspüren Sie anfänglich
bei oberflächlichen Knorpelschäden kaum Schmerzen. Erst wenn der Knorpelabrieb zunimmt,
kommt es zur Reizung der Gelenkinnenhaut und nachfolgend zu Gelenkergüssen.
Sie verspüren zunächst Schmerzen bei Belastung, später auch Ruheschmerzen. Vor allem
morgens bemerken Sie dann gelegentlich ein Knirschen oder Reiben im Gelenk. Nach längerem
Sitzen mit abgewinkelten Beinen oder auch beim Bergabgehen machen sich die Knorpelschäden
hinter der Kniescheibe schmerzhaft bemerkbar.
Ist Arthrose heilbar?
Grundsätzlich ist Arthrose nicht heilbar.
Aber das Stadium einer aktivierten Arthrose mit Schmerzen, Gelenkergüssen und
Schwellungen kann unter bestimmten Voraussetzungen in das einer kompensierten Arthrose
überführt werden. Dies kann durch konservative Maßnahmen (Injektionen, Physiotherapie
etc.) erreicht werden, sollten diese jedoch keinen Erfolg haben, besteht die Möglichkeit,
durch eine Arthroskopie eingebrochene Knorpelanteile zu glätten, ausgebrochene
Knorpelstücke zu entfernen und durch Anbohrungen des oberflächlichen Knochens eine Knorpelregeneration zu stimulieren. Außerdem kann durch
die Arthroskopie beurteilt werden, ob durch eine Gelenkumstellung der weitere Verschleiß
des Gelenks aufzuhalten ist.
Knorpeltransplantation:
Tritt, z.B. durch einen Unfall eine umgrenzte Knorpelverletzung auf, ist es seit
neuestem auch möglich, Knorpel zu transplantieren.
Dabei werden aus wenig belasteten Arealen im Kniegelenk Knochen-Knorpelzylinder entnommen
und da eingesetzt, wo die Knorpelverletzung vorliegt. Diese Operation empfiehlt sich
jedoch nur bei jüngeren Patienten, eine
Arthrose sollte noch nicht vorliegen. Die bisher erzielten Erfolge sind vielversprechend,
die Rehabilitation nach dieser Operation dauert jedoch etwas länger, da der Patient das
Knie für mindestens 6 Wochen entlasten sollte.
Aus unbelasteten
Bezirken können Knochenknorpelzylinder entnommen werden und an den geschädigten Stellen
eingesetzt werden. |

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